Lade Veranstaltungen

« All Events

Ein Wochenende „Individualentwicklung“ mit Dorit Feddersen-Petersen (im Norden)

3. Februar 2018 - 4. Februar 2018

- 210€

Insgesamt umfasst die Dorit-Wissensreihe drei Wochenenden. Diese können entweder komplett, als einzelne Wochenenden oder als einzelne Tage gebucht werden.

>>> „Individualentwicklung – Ontogenese & Normalverhalten und Verhaltensstörungen“, 20. & 21. Januar 2018

>>> „Verhaltenselemente – Ausdrucksverhalten & Vergleichendes Verhalten innerhalb der Gattung Canis“, 7. & 8. April 2018

>>> „Spiel und Aggression – Spielverhalten & Aggression und Beutefangverhalten“, 15. & 16. September 2018

Buchung einzelner Tage: 115 Euro
Buchung einzelner Wochenenden: 210 Euro
Buchung der kompletten Reihe (drei Wochenenden): 600 Euro

 

 

 

Tag 1: Ontogenese – Frühe Entwicklung von Verhalten

Kenntnisse zur jeweiligen Verhaltensentwicklung sind ganz entscheidend für den Zugang zum Verständnis des Verhaltens einer Art oder einer Haustierform oder einer Rasse ganz allgemein. Entwicklung beschreibt zwar eine kontinuierliche Veränderung, man kann sie jedoch, orientiert an beobachtbaren physiologischen, ethologischen und morphologischen Entwicklungsschritten, in bestimmte Phasen einteilen.

Während der Entwicklung eines Jungtieres wechseln sich Phasen stetigen Fortschreitens der Entwicklung (Auftreten neuer Verhaltensweisen) mit solchen rein qualitativer Veränderung (Ausreifung vorhandener Verhaltensweisen) ab. Ein Entwicklungsethogramm ist ein dynamisches Geschehen. Es verändert sich in den ersten zwölf Lebenswochen täglich, insbesondere während der Sozialisierungsphase. Es gibt sowohl qualitative (Art und Weise) als auch quantitative (Zahl, Häufigkeit) Veränderungen der bestehenden Verhaltensmuster, es treten neue Verhaltensweisen auf oder es verschwinden welche. Einzelne Entwicklungsphasen werden definiert nach dem erstmaligen Auftreten bzw. Verschwinden von (infantilen) Verhaltensweisen.

Die Phasen der Welpenentwicklung sollen beispielhaft an europäischen Wölfen und Haushunden verschiedener Rassezugehörigkeit dargestellt werden. Wir fanden bei Hunden verschiedener Rassezugehörigkeit relative Beschleunigungen und relative Verlangsamungen in bunter Mischung für Verhaltensweisen unterschiedlicher Funktionskreise (Mosaikvererbung, Herre 1990).

Zudem gibt es Phasenspezifitäten, somit sensible Phasen, in dieser frühen Zeit der Hundeentwicklung. Wie ist die Aufgabe des Menschen in der frühen Entwicklung von Hunden zu umschreiben? Unterscheidet sie sich bei den verschiedenen Rassen?

Tag 2: Normalverhalten und Verhaltensstörungen

Neue Erkenntnisse zur tierschutzorientierten Ethologie werden vorgestellt:

Der Nachweis psychischer Veränderungen wird gerade bei hoch entwickelten Säugetieren, wie beispielsweise den Hunden, auch dadurch erschwert, dass Tiere individuell genauso unterschiedlich auf Belastungen reagieren wie Menschen: Während das eine Individuum möglicherweise verstärkt ängstlich oder unsicher wird, reagiert ein anderes mit zunehmender Aggression oder auch Teilnahmslosigkeit. Zur Beurteilung eines psychologischen Zustandes eines Tieres muss also nicht nur dessen Gesamtverhalten herangezogen werden, vielmehr sollten auch eine möglichst gute Kenntnis seines vorherigen Verhaltens / seiner Verhaltensentwicklung vorliegen.

Grundsätzlich hat Verhalten die Funktion, eine sinnvolle Interaktion mit der Umwelt zu ermöglichen. Wenn ein Verhalten nicht mehr situationsgerecht eingesetzt wird, dann ist es zumindest als problematisch einzustufen. Verhaltensprobleme entstehen zumeist dann, wenn die Umweltanforderungen die Fähigkeiten eines Individuums zu einer sinnvollen Interaktion unmöglich machen, also sein Anpassungsvermögen überfordern. Die Empfindung von Stress findet vor allem auf einer subjektiven, emotionalen Ebene statt und es ist daher aus menschlicher Sicht zuweilen schwierig einzuschätzen, welche Situation für ein Tier in belastender Weise stressvoll ist und welche nicht.

Wie weit und für wie lange ein Hund sich außerhalb dieses Bereiches befinden kann, ohne ernsthafte Probleme zu entwickelt, ist unterschiedlich und beschreibt eben sein Anpassungsvermögen. Es ist daher wichtig, den Bereich des optimalen Wohlbefindens eines Hundes zu kennen und ihm die dafür erforderlichen Umweltbedingungen zur Verfügung zu stellen, denn Problemverhalten oder Verhaltensstörungen eines Hundes zeigen also vor allem eines an: die dauerhafte Überschreitung seines individuellen Anpassungsvermögens.

Details

Beginn:
3. Februar 2018
Ende:
4. Februar 2018
Eintritt:
210€
Veranstaltungskategorien:
, , , ,

Veranstaltungsort

Sportlife Hotel
Elmshorn, 25337