10 Jahre KynoLogisch, unendlich viele Geschichten
13. April 2026
Ehrlich gesagt, wir können es selbst kaum glauben, aber der Kalender lügt nicht: Am 13. April 2026 hat KynoLogisch 10-jähriges Jubiläum. Ein Jahrzehnt, in dem wir uns auf Weisen weiterentwickelt haben, von denen wir nie geträumt hätten. Und dem wir die wirklich tollsten Menschen und Begegnungen verdanken: die Volos, die Dozent*innen, die Kylos, die zahllosen allerbesten Hunde der ganzen Welt…Viele von Euch durften wir auf dem Weg kennenlernen und begleiten, manche sind von Anfang an dabei. Zu unserem Geburtstag haben wir uns Eure Geschichten gewünscht – und ihr habt sie uns erzählt. Wir lesen sie mit einem lachenden und mindestens einem Rotz und Wasser heulenden Auge. Danke, dass ihr alle Teil von KynoLogisch seid. Wir freuen uns schon riesig auf die nächsten drölfzig Jahrzehnte mit euch zusammen. <3
ANDREA MERTES, JOURNALISTIN
Dann starte ich mal, und zwar zum Thema „Wohlwollen im Umgang mit Chaos“.
Denn das erlebe ich bei Kynologisch immer wieder, und habe ich so (laaaange ehe ich für euch mal als Dozentin gearbeitet habe) als Teilnehmerin erlebt. Und zwar im Jahr 2018.
Damals hat Michael noch seine Seminare „Ethogramm des Wolfes“ (hieß das überhaupt so? Keine Ahnung 🤷🏻♀️) in Bad Dürkheim gemacht. Im Wolfsgehege, super exklusive Einblicke! Da sollte ein Dozent eigentlich nicht seinen Teilnehmern hinterher rennen müssen. War aber so! An einem Freitagmorgen im Februar rief Michael mich an: „Wo bleibst du denn? Wir warten hier!“
Wie sich rausstellte, hatte ich das mehrtägige Seminar gebucht, mir dann aber einfach mal gar nicht in den Kalender eingetragen 🥴 (sorry, Michael!)
Weil ich nun von jetzt auf gleich die Unterkunft organisieren und Aufträge umschichten musste, stand ich tatsächlich erst zweit Tage später in Bad Dürkheim auf der Matte. Und durfte trotzdem noch mit zu Norbert und den anderen Wölfen ins Gehege.
Es gibt wunderbare, intensive Videos von damals und war eins der schönsten Seminare ever!
PS: Als Dozentin bin ich nicht so chaotisch 😬
FRANZI FERENZ, HUNDETRAINERIN
Liebes Kylo, du wirst 10. Herzlichen Glückwunsch. Wow.
Zuallererst danke, dass ich so lange schon Teil von euch sein darf.
Es gibt unglaublich viele einzelne Seminarsituationen, die ich im Kopf habe. Aber was mir wirklich hängen bleibt, wenn ich an Seminare und Veranstaltungen denke, sind die Prozesse, die ich beobachten darf.
Die Prozesse der Teilnehmer, die am Anfang reinkommen, zuhören und häufig auch erstmal ziemlich wild anfangen umzusetzen. Viel Frage nach Technik, viel „wie mache ich das“. Und im Verlauf verändert sich das.
Die fangen an, Dinge zu verstehen. Theorie ist nicht mehr diese trockene, nervige Sache, sondern wird zu etwas, das ihnen hilft, in der Praxis klarzukommen.
Und dann kommt dieser Punkt, wo sie anfangen, selbst zu überlegen, Dinge in Frage zu stellen und ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Sich eigene Gedanken zu machen und sich das auch zu trauen, weil genug Verständnis da ist, um für sich selbst zu argumentieren. Dinge zu entlarven oder auch zu bestätigen.
Diese Prozesse bleiben mir im Kopf. Und es macht einfach wahnsinnig viel Spaß, das zu beobachten. Dass man irgendwann mit eigentlich trockener Theorie kommen kann und die Leute anfangen, wirklich Interesse daran zu haben.
Allein dafür, dass ich das sehen darf, bin ich Kynologisch unglaublich dankbar.
JULE HANSEN, HUNDETRAINERIN
Liebes Kynologisch Team,
ich habe versucht, mich auf einen Gedanken zu fokussieren, aber bin kläglich gescheitert. Darum meine Erinnerung an die Ausbildungszeit:
Aufgabe: Leite eine andere Teilnehmende an: „Gib deinem Hund jetzt bitte keine Kekse mehr.“ – „Das sind keine Kekse, guck mal, die sind ganz weich!“
Es war überraschend, witzig, aufregend, berührend, anstrengend, wild aber vor allem eine richtig wertvolle Zeit mit vielen tollen Menschen.
KATJA SCHUMACHER, HUNDETRAINERIN
An einem Donnerstag im Sommer 2022 bekam ich einen Anruf von Ute Heberer: „Ich habe Corona, kannst Du mich beim Seminar vertreten? Ist diesen Samstag und Sonntag.“ Ich: „In 2 Tagen? Aber ja – klar vertrete ich Dich.“ Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon Seminare zu Angstverhalten gegeben, trotzdem war ich nervös, denn ich selbst hatte erst vor ein paar Jahren bei KynoLogisch meine Ausbildung gemacht und meine Prüfung abgelegt.
Zum Glück war das Seminar bei Tiere in Not Odenwald. Ich war mindestes einmal die Woche ehrenamtlich dort und kannte die Hunde. Jetzt waren an dem Termin aber gleichzeitig zwei Seminare – ob ein Fehler in der Planung oder Absicht, weiß ich nicht. Wir haben kurzfristig umgeplant und umgeräumt, uns den Seminarraum und die Plätze geteilt und einen Teil der Praxis in Utes Garten gelegt.
Morgens ist dann der Hund meiner Volontärin entlaufen, das heißt: Hilfe drumherum? Fehlanzeige – im Gegenteil, der Hund musste gesucht werden. Darin sind die Mitarbeiter von TiNo zum Glück Gold wert und haben Erfahrung. Ich habe mich also ums Seminar gekümmert, sie um den Hund. Am Mittag war der gesichert. Gleichzeitig wurde mir von einer Teilnehmerin eine neue Pflegehündin mitgebracht, die wurde direkt ins Seminar integriert.
Ab da lief alles nach Plan, 20 Teilnehmende mit eigenen Hunden und 12 Tierheim-Hunden, meinen Hunden und meiner neuen Pflegehündin, bei Ute im Garten. Das war mein erstes Seminar für KynoLogisch. Am Ende war es toll und ich bin heute mit einigen Teilnehmer*innen befreundet und schätze tolle Kolleg*innen, die damals bei in diesem Seminar waren.
MARITA ALLWEILER, HUNDETRAINERIN
Peinliche Momente oder Mattis erste Liebe
Erster Tag KennenLernen im Süden – alles neu und aufregend für Menschen und Hunde. Langsam kehrt Ruhe ein im Seminarraum. Dann – die Tür geht auf und eine Lobo Herreno Lady betritt die Bühne. Pockels!, frisch von der Insel angereist und der Fuchs hat sofort mehr als ein Herz in den Augen. Seine entbrannte Leidenschaft muss er ad hoc verbal kundtun – kurzum er ist maximal peinlich. Unser perfekter Einstieg in das KennenLernen 🙄NICHT! Vielleicht sollte man erwähnen, dass eine von Jennis Hündinnen läufig war, was ihn bis dato null interessierte.
Und ja – das hat er noch nie gemacht👀 am liebsten wär ich bei ihm in der Box im Auto geblieben – aber dann hätte ich und auch er viele schöne Momente bei den KynoLogisch Seminaren verpasst. Das Einzige was ich wirklich bedauere ist, dass ich im ersten Jahrgang war, denn was mittlerweile in der Ausbildung geboten wird, ist wirklich immer ausgereifter und perfekter geworden.
Herzlichen Glückwunsch an das ganze KynoLogisch Team ❤️ ihr seid GROSSARTIG ❤️
NINA DANY-HIRSCH, HUNDETRAINERIN
10 Jahre KynoLogisch bedeuten für mich auch 10 Jahre besondere Verbundenheit. Vor 10 Jahren begann meine Ausbildung zur Hundetrainerin. Als Teilnehmerin des ersten Jahrganges durfte ich KynoLogisch besonders beim Wachsen zusehen. Von der ersten Idee, die ich gespannt verfolgte, zum ersten Jahrgang, zu dem ich mich anmeldete, zur ersten Prüfung, die ich bestand – hin zu eine der ersten Volontär*innen, Co-Trainerin und schließlich Dozentin.
Ich habe in dieser Zeit unglaublich viele Menschen kennengelernt, die für das Thema Hund brannten. Menschen, die ihr Wissen weitergaben, Menschen, die einen Traum verfolgten und vor allem Menschen, die lernen wollten.
Hier und da konnte es (und kann es immer noch) chaotisch werden. Chaoskompetenz durfte ich auch dank KynoLogisch entwickeln.
In den 10 Jahren hat sich einiges geändert. Was sich bis heute nicht geändert hat, sind die Werte, die mich schon damals zu KynoLogisch hin zogen. Wohlwollend in der Haltung Mensch und Hund gegenüber, offen in den Methoden, fair zum Hund und Mensch. Bei KynoLogisch wurde mir damals wie heute stets auf Augenhöhe begegnet. Etwas, was ich der Hundewelt oft anders erlebt habe. Werte, die ich heute weiter trage in meiner Arbeit als Hundetrainerin und Dozentin.
Ich freue mich auf die nächsten 10 Jahre KynoLogisch – mindestens.
NINA JASSMANN & CHARLY ARZBERGER, HUNDETRAINERINNEN
Durch Kynologisch haben wir unglaublich tolle Menschen und großartige Hunde kennengelernt. Wir sind mit ihnen und an uns gewachsen, schauen immer wieder über den Tellerrand und lernen bei jedem Seminar, wieder mehr über Hunde und auch über Menschen. Und auch Wudi erfreut sich großer Beliebtheit unter den Kylos und ist mittlerweile ein unersetzbarer Bestandteil unseres Seminares „Übungsaufbau im Hundetraining“. Das sollte er besser nicht wissen, denn er findet sich schon gut genug 🙂 Ein Herzmoment auf unseren Seminaren ist immer wieder, wenn wir sehen, wie stolz Hunde auf sich sein können, wenn man mit ihnen gemeinsam etwas erarbeitet und der Mensch seine Bemühungen anerkennt und sich freut. Alles gute zum Geburtstag, KynoLogisch, wünschen Nina und Charly!
TALATAWI FELSCHERINOW, HUNDETRAINERIN
Meine KynoLogisch – Zeit begann an einem intensiven Schlechte – Laune – Tag. Um mich zu trösten, stöberte ich in einem Buchladen und kaufte direkt das Buch, das mir in seiner dunklen Aufmachung gefühlsmäßig ziemlich gut entsprach.
Es klingt pathetisch, aber dieser Frustkauf hat mein Leben verändert.
Obsessiv veranlagt wie ich bin, las ich es in der nächsten Nacht durch und schon in den Morgenstunden creepte ich versessen durchs Internet, um soviel wie möglich über die Autorinnen zu erfahren. In meiner Erinnerung habe ich noch am gleichen Tag entschieden, dass ich diese Ausbildung machen muss, in der sie ihre Finger haben – aber ich will nicht lügen, es könnte auch der darauffolgende gewesen sein.
Schicksal at is best, der letzte Platz war gerade weg, ich schnaufte „Ich nehm die Warteliste!“ ins Telefon und rutschte kurz danach in die Gruppe, die zum Kennenlernen eingeladen wurde.
Dort erblühte meine heimliche einseitige Liebesgeschichte mit diesen wunderbaren Frauen, die KynoLogisch gegründet und geprägt haben. Ich war verzückt über dieses Zusammentreffen von Kompetenz, sachlichem Pragmatismus und ganz viel Menschlichkeit und Herzlichkeit.
Statt Heiratsanträge zu verteilen (was mein erster Impuls war), machte ich die Ausbildung und es war eine der schönsten Zeiten in meinem Leben. Ohne Auto, Hund unter den Bahnsitz gequetscht oder mit Schlafsack und Zelt in Nachtbussen unterwegs, immer ein extra Rucksack mit Nachschlage-Werken dabei, nichts konnte mich vom nächsten Seminar abhalten.
KynoLogisch mit all seinen verschiedenen Menschen gab mir neben der fachlichen Ausbildung, die mir in ihrer Vielseitigkeit und Differenziertheit einfach gut lag, immer das Gefühl, dass ich gesehen werde, dass ich okay bin und dass ich nicht können muss sondern lernen darf.
Aus meinem „ich mach das nur aus Interesse, nein, ich kann mir nicht vorstellen irgendwann Menschen anzuleiten, wer bin ich denn“ wurde ein Beruf. Denn KynoLogisch vermittelt nicht nur Wissen und Handwerk, KynoLogisch gibt auch Selbstvertrauen und Mut. Und so bin ich froh und dankbar zu diesem Rudel von Hundenerds gehören zu dürfen und werde voller Überzeugung „es kommt darauf an“, „das muss man differenziert betrachten“ und „woran machst du das fest“ in die Welt schmettern.























